Beifuß
Artemisia vulgaris L., Asteraceae
(auch Mugwurz, Biboz) Dieses Kraut gilt als sehr wirksames Mittel gegen und für Hexerei. Beigemischter Beifuß empfiehlt sich damit für viele magische Zubrereitungen.
Besonders bei Frauenleiden soll der Beifuß helfen und die Schwindsüchtigen stärken:
Ein Mädchen in Galloway war an Schwindsucht erkrankt und konnte gerettet werden, weil sie den Gesang einer weisen Meerfei vernommen hatte:
„Ihr lasst sterben das Mädchen in eurer Hand,
Und doch blüht die Mugwurz rings im Land.” (Sieg 1939, S. 204).
Wer weit zu marschieren hat, legt sich gegen Ermüdung etwas Beifuß in den Schuh, worauf bereits Plinius hinwies (vgl. den Namen der Pflanze).
Als Gegenmittel gegen das Nestelknüpfen wurde empfohlen, die Türschwelle am Haus des Behexten mit dem Blut eines schwarzen Hundes zu bestreichen, worüber Beifuß aufgehängt werden soll (Thritemius, n. Biedermann 1998, S. 319).
Ein besonderes Mittel ist der in der Johannisnacht gewonnene Beifuß. Gräbt man am in der Nacht zum 24. Juni die Wurzel des Krautes aus, werden sich dort kleine Stücke Kohle finden. Diese, man nennt sie auch Thorellensteine oder Narrenkohlen, werden als Amulett getragen und sollen Fieber und Epilepsie vertreiben (Sieg 1939, S. 202). Es heißt auch, sie bewahrten vor Verbrennungen, Pest und Blitzschlag.
Der am Johannistag gesammelte Beifuß wurde auch zum Gürtel geflochten um den Leib getragen. Daher rühren volkstümliche Namen wie Johannisgürtel, Sonnenwendgürtel oder Gürtelkraut.
Der Wermut
Artemisia absinthium L.
Die oft als Halbstrauch wachsende, sonst der vorgenannten sehr ähnliche Pflanze gedeiht vornehmlich an trockenen, sonnenbeschienen Stellen. Wermut ist eine altbekannte Gewürz- und Arzneipflanze, deren hauptsächlicher Wirkstoff neben verschiedenen ätherischen Ölen, darunter das giftige Thujon, das bittere Absinthin ist (Düll & Kutzelnigg 1992, S. 77).
Dieser Bitterstoff ist Geschmacksbildner des Wermutweins, der sich besonders im 19./20. Jahrhundert einiger Beliebtheit erfreute, besonders in künstlerischen Kreisen. Allerdings führte seine harte Variante, der Absinth-Schnaps, dem ein gelegentlich als magisch verklärter Rausch zu verdanken ist, wegen Überdosierung und schlechter Qualität zu Vergiftungen bei den Wermutbrüdern, so daß dieses Getränk in Deutschland 1921 verboten wurde.
Wermut soll, um den Hals getragen, den Bösen Blick abwehren und auch vor Behexung schützen. Volksmedizinisch soll er gegen Schlaflosigkeit helfen, den Wermut ins Kopfkissen zu stopfen, der Duft wirkt wohl beruhigend.
Der Name Artemisia soll auf die Große Göttin Artemis hindeuten, der diese Pflanzen geweiht waren, Artemisia hieß auch „Mutter der Kräuter”. Der deutsche Name Wermut sei in diesem Sinne eine verderbte Form von altenglich wermod und althochdeutsch werimuota, was „Geist-Mutter” bedeutet (Walker 1993, S. 1168), vgl. den Namen Werwolf, „Geistwolf”.

Mit freundlicher Genehmigung von: Andreas Zompro  http://www.das-schwarze-netz.de