Beschneidung
Die von Jahwe dem Abraham mitgeteilte Sitte, männliche Nachfahren am achten Tage nach der Geburt die Vorhaut zu entfernen (1. Mose 17, 9-14).
Wer dieses verweigerte, dem drohte Jahwe die Ausrottung der Seele aus seinem Volk an (ebd., 14).
Abraham beschnitt darum seinen Sohn Ismael, alle seine Knechte und sich selbst (1. Mose 17, 23-27).
Während der 40jährigen Wanderschaft aus Ägypten durch die Wüste nach Kanaan war die Beschneidung ausgesetzt, ein Zeichen für die zeitweilige Trennung des ungehorsamen Volkes von seinem Gott. Erst als Josua den Jordan überschritten hatte nahm der den Brauch wieder auf (Josua 5, 2ff.).
Der Sinn des Brauches ist unklar. Wahrscheinlich ist er ein Initiationsritus, mit dem der Jüngling zum Manne wurde, wenngleich die Israeliten sie bereits am 8. Tag nach der Geburt vornehmen. Vielleicht soll sie die männliche Fruchtbarkeit sichern (Reclams Bibellexikon 1982, S. 71) oder sie ist Überbleibsel älterer Kulte, bei denen ganze Menschen geopfert wurden, die Vorhaut wäre demnach ein Ersatzopfer.
Die Sitte der Beschneidung war im Altertum bei verschiedenen Völkern üblich, so bei Ägyptern, Edomitern, Ammonitern und Moabitern (Jeremias 9,24). Heute kennen neben den Juden die Muslime diese Sitte.
Wenngleich die Beschneidung den meisten Völkern fremdartig bleibt, so scheint sie doch ein wenig schwerwiegender Eingriff zu sein, wenn man von möglichen tiefenpsychologischen Nachwirkungen absieht, die gelegentlich unterstellt werden. Eine widerliche Abart dagegen ist die Beschneidung der Frau, die besonders aus Schwarzafrika bekannt ist. Dabei werden den Mädchen oft ganze Teile der Scham entfernt, neben den Schamlippen auch die Klitoris. Diese Operation ist nicht allein schmerzhaft und riskant, sie kann auch jegliche Freude an der Sexualität verleiden.


Mit freundlicher Genehmigung von: Andreas Zompro 
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