Edelsteine und Kristalle
Kein anderes Phänomen aus dem Mineralreich hat in der Geschichte der Menschheit wohl ein solch gewichtiges Interesse hervorgerufen, wie die Beobachtung der Kristalle in der Natur. Gerade in den letzten Jahren hat die Beschäftigung mit Kristallen einen ungeheueren Aufschwung genommen. Die Literatur hierzu ist inzwischen nahezu unüberschaubar geworden.

In der Vergangenheit haben sich mit den Kristallen die ägyptischen und griechischen Mysterienschulen ebenso beschäftigt, wie mittelalterliche Bauhütten und spirituelle Orden. Sie übernahmen damit das geistige Erbe der ersten Kulturen der Menschheit, in denen die Gottkönige das alleinige Recht besaßen, Kristalle und Edelsteine zu tragen. In jener Zeit wurden die Kristalle ausschließlich zu religiösen Zwecken verwandt. Sie waren ein wirksames Mittel, mit den feineren Schöpfungsebenen in Kontakt zu treten. Durch sie konnten die göttlichen Wesenheiten Zugang zu unserer materiellen Ebene finden. Rudolf Steiner bezeichnete die Edelsteine als Sinnesorgane höherer geistiger Wesenheiten, die über diese Steine an den gottesdienstlichen Handlungen unmittelbar teilnehmen konnten. Dies war den Bauhütten des Mittelalters noch bewußt. Aus diesem Grunde wurden die Räume der Kapellen, die Schreine der Reliquien und das Altargerät auch reichlich mit diesen Augen Gottes versehen.

Der Stein am Ring an der Hand des Priesterkönigs, die Edelsteine in seiner Krone und die Kristalle an seinem Ritualgewand waren nicht nur für die ihn umgebenden Menschen ein äußeres Zeichen dafür, daß er mit den geistigen Mächten in ständigem Kontakt stand, sie waren für ihn auch ganz konkrete Hilfsmittel für die Kommunikation mit diesen Kräften.

Einen uralten Bericht über die Bedeutsamkeit von Edelsteinen für den hier beschriebenen religiösen und rituellen Bereich finden wir bereits im Alten Testament (2. Mos. 28, 17-20). Hier gibt Gott selbst die genaue Anweisung, nach der der Brustschild für ein Priestergewand gefertigt sein muß, damit er den kultischen Erfordernissen genügen kann.

Dieser Brustschild wird insgesamt mit 12 Edelsteinen versehen, die in vier Reihen mit jeweils drei Steinen angeordnet sind. Es waren
Karneol, Topas, Smaragd, Rubin, Saphir, Jaspis, Hyazinth, Achat, Amethyst, Chrysolith, Onyx und Beryll. Nach der Geheimen Offenbarung (21.19) des Johannes sollen die Grundmauern des Himmlischen Jerusalem ebenfalls aus diesen Edelsteinen gebildet sein.

Eine neue Beziehung profanerer Art trat dann in der Antike zunehmend in Erscheinung. Hier beschäftigte man sich mit den Kristallen auf mehr analytischer Grundlage. Besondere Aufmerksamkeit fanden dabei die fünf "Platonischen Körper", die aufgrund ihrer Vollkommenheit in der Struktur besonders auffallen:

Platonische Körper
der Dreiecks-Vierflächner (Tetraeder), der Vierecks-Sechsflächner (Hexaeder), der Dreiecks-Achtflächner (Oktaeder), der Fünfecks-Zwölfflächner (Pentagondodekaeder) und der Dreiecks-Zwanzigflächner (Ikosaeder).

Besonders diese, aber auch alle anderen Kristallformen machten selbst dem einfältigsten Menschen sinnhaft, daß dem gesamten Schöpfungsplan eine ordnende Kraft zugrunde liegen muß. Schon die antiken Mathematiker waren in der Lage, aus den hier gefunden Beziehungen die gesamte moderne Mathematik in ihren Grundzügen abzuleiten. Und was ist die Mathematik sonst, wenn nicht die theoretische Grundstruktur, um dem Menschen die Zusammenhänge der Schöpfung verständlich zu machen.

 Die moderne Atom- und Quantenphysik erklärt uns, daß auf ihrer Forschungsebene Ordnung und Geordnetheit in jedem Staubkorn, in jedem Krümel des Müllhaufens nachgewiesen werden kann.

Kristalle wachsen jeweils nach einem perfekten Bauplan. Von den Milliarden und Abermilliarden von Schneekristallen, die die Schneeflocken eines Schneegestöbers bilden, ist keine einzige mit einer anderen identisch. Alle gemeinsam haben jedoch ihre perfekte Form, die selbst mit den heute zur Verfügung stehenden gewaltigen technischen Mitteln in ihrer Geordnetheit und Perfektion der Ausbildung sowie in ihrer Vielfalt von uns nicht konstruierbar wäre. Die hier spontan von der Natur produzierten Qualitäten Geordnetheit und Vielfalt sind die grundlegenden Qualitäten, in der sich die Schöpfung ausdrückt.

Quarzkristalle
Es verwundert deshalb nicht, daß diesen "zauberhaften" Formen der Natur auch bereits seit frühesten Zeiten "bezaubernde" Eigenschaften zugeschrieben wurden. So überliefert uns Plinius bereits das magische Wissen seiner Zeit über den Gebrauch von Edelsteinen zur Herstellung von Amuletten und Talismanen.

Sicherlich eines der bekanntesten Beispiele für solche "magischen" Anwendungsbereiche der Kristalle oder Edelsteine in der Geschichte ist die Kristall-Medizin der heiligen Hildegard von Bingen, auf deren Erfahrungen heute erneut mit großem Enthusiasmus zurückgegriffen wird.

Es ist auch bekannt, daß die Kristalle in der Vergangenheit als Mittel der Weissagung und zur Erforschung des Schicksals genutzt wurden. Agrippa von Nettesheim berichtet uns, daß die alten Mysterienschulen der Juden und Griechen sehr gut z.B. über die Beziehung bestimmter Edelsteine zu den einzelnen Tierkreiszeichen Bescheid wußten.

Im System der altindischen Astrologie Yotisha waren auch Zusammenhänge bekannt, um mit Hilfe dieser Kristalle das Schicksal der betroffenen Menschen günstig zu beeinflussen. Die Literatur über die Verwendungsmöglichkeiten von Edelsteinen in ihren Beziehungen zu Planeten, Monaten, Wochentagen, Aszendenten und Tierkreiszeichen ist inzwischen so unübersichtlich geworden, daß damit auch gleichzeitig die Zuverlässigkeit dieser Darstellungen sehr fragwürdig wurde.

Es soll deshalb an dieser Stelle nur eine Zuordnung der Kristalle zu den Planeten nach der zuverlässigen, aber weitgehend unbekannten alten indogermanischer Tradition erfolgen. Dieses Yotisha-System bewahrt seine Vollständigkeit durch die Berücksichtigung der sieben "alten" Planeten sowie der beiden Mondknoten Rahu und Ketu, die in diesem System ebenfalls als Planeten behandelt werden. Diese Edelsteine sind in der Lage, die guten Eigenschaften der "Übeltäter" unter den Planeten zu verstärken, und die schlechten Aspekte positiver Planeten auszugleichen.

Planeten und ihre Kristalle
nach dem alt-indogermanischen System des Yotisha
 

Planeten

Kristalle

Sonne

Rubin

Mond

Perle

Mars

Koralle

Merkur

Smaragd

Jupiter

Gelber Saphir

Venus

Diamant

Saturn

Blauer Saphir

Rahu

Hyazinth

Ketu

Katzenauge


              
               
                
             
            
             
                            
                



Quelle: Ulrich Wendlandt, Der Weg der alten Zauberer - Vom Ursprung magischer Stäbe, Cersken-Kanbaz-Verlag

Edelsteine
Einführung
Ihre wunderschönen Farben und ihre häufig prägnanten Kristallstrukturen sind Grund genug, sich für Edelsteine zu interessieren und ihre Nähe zu schätzen. Darüber hinaus können Edelsteine aber auch Informationen vermitteln und dadurch z. B. zu Einsichten verhelfen oder Krankheiten lindern. Diese esoterische Dimension der Edelsteinanwendung soll im folgenden näher dargestellt werden.  

Die Wirkungsweise der Edelsteine
Ich muß etwas weiter ausholen: Die Physik ist dabei, wissenschaftlich nachzuweisen, daß die feste Materie im Grunde eine Illusion ist. Denn die Atome, aus denen die Materie zusammengesetzt ist, bestehen fast nur aus leerem Raum. Nehmen wir beipielsweise das Wasserstoffatom, bei dem nach gängiger Modellvorstellung ein Elektron um ein Proton kreist. Übertragen auf sichtbare Größenverhältnisse ist das etwa so, als ob ein einzelner Stecknadelkopf in einer kugelförmigen Wolke von zwanzig Metern Durchmesser um einen Tennisball kreisen würde. Dies geschieht zwar mit unvorstellbarer Geschwindigkeit, aber letztlich besteht das ganze Atom doch im wesentlichen aus leerem Raum. Nun ist Wasserstoff ein Gas, aber schon Aluminium ist ja recht solide. Da sind es dann dreizehn Stecknadelköpfe und dreizehn Tennisbälle - dafür ist jetzt die kugelförmige Wolke nochmal deutlich größer! Offenbar bestehen aber nach jüngster Forschung selbst die Protonen, Neutronen und Elektronen nicht aus fester Materie, sondern ihrerseits aus Energiewolken, die im wesentlichen "leer" sind.
Feste Materie ließe sich demnach auch beschreiben als Bewegung im leeren Raum. Für diese Bewegung benutzen Esoteriker gern den Begriff der "Schwingung", den sie aber genauso für Lichtwellen, Töne oder elektromagnetische Wellen verwenden. Die unterschiedliche Zusammensetzung der Atome führt zu unterschiedlichen Arten von Schwingungen, die sich nochmal von denen des Lichts usw. unterscheiden.
Ein Schwingungsmuster kann nun als Information mit einem spezifischen Inhalt aufgefaßt werden, die vom jeweiligen Objekt ausgeht und z. B. von Menschen wahrgenommen werden kann.
Übertragen auf die Edelsteine bedeutet dies, daß jeder Stein eine Information abstrahlt, die der Mensch zu verschiedenen Zwecken nutzen kann. Dabei geht es vor allem um das Erkennen des eigenen Entwicklungspotentials, um die Klärung von Gedanken und Gefühlen und um die Linderung körperlicher Beschwerden, also um Erkenntnis und Veränderung auf seelischer, mentaler, emotionaler und körperlicher Ebene. Die Heilung einer Krankheit z. B. wird aber nicht vom Edelstein selbst vorgenommen, indem er in körperliche Vorgänge eingreift, sondern der Stein liefert dem Körper eine bis dahin fehlende Information, mit deren Hilfe dieser die Heilung dann selbst vornehmen kann.  

Beispiele
Die Zahl der unterschiedlichen Edelsteine ist enorm. Allein als gängigste Arten gibt es weit über einhundert Steine, die hier unmöglich alle beschrieben werden können. Deshalb seien im folgenden exemplarisch einige Arten vorgestellt, um die unterschiedlichen Wirkungsdimensionen von Edelsteinen zu beleuchten. Weitere Einzelheiten dazu gibt es in den unten angegebenen Literaturquellen.
Der
Aventurin z. B. fördert Entspannung und Erholung, bringt neue Ideen und unterstützt die Regeneration des Herzens. Bernstein fördert Glück und Fröhlichkeit, steigert die Kreativität und hilft bei Beschwerden der inneren Organe. Chrysopras erhöht das Selbstvertrauen und regt Entgiftungsvorgänge im Körper an. Heliotrop vitalisiert und stärkt die Abwehrkräfte bei akuten Infektionen. Jade fördert die Selbstverwirklichung, belebt die Träume, regt den Tatendrang an und steigert die Nierenfunktion. Lapislazuli fördert die Ehrlichkeit, Weisheit und innere Wahrheit und heilt bei Beschwerden von Hals, Kehlkopf und Stimmbändern. Rosenquarz stärkt Einfühlungsvermögen und Empfindsamkeit, befreit von Sorgen und regt die Gewebsdurchblutung an. Smaragd fördert geistiges Wachstum, Hellsichtigkeit und Liebe, verbessert die Sehkraft und wirkt entgiftend. Variscit fördert die Authentizität, wirkt aufmunternd und regt die Energiereserven an.  

Wirkungsdeterminanten
Die Wirkung eines Edelsteins hängt zunächst von der Art des Minerals ab: Je nach Kristallsystem, Bildungsprinzip, Mineralklasse, enthaltenen Mineralstoffen und Farbe ergeben sich unterschiedliche Wirkungsspektren. Als weiterer Faktor tritt die Beschaffenheit des jeweiligen Steins hinzu. Die zentrale Rolle spielen hierbei Qualität (Steine von hoher Reinheit vermitteln die spezifische Information der jeweiligen Mineralart mit großer Klarheit), Größe (große Steine strahlen ihre Information stärker ab als kleine) und Form (kantige Steine strahlen kräftiger in bestimmte Richtungen und in andere kaum, während runde Steine sanfter in alle Richtungen strahlen).
Unter Berücksichtigung dieser Determinanten geht es letztlich darum, den für den jeweiligen Anwender und den konkreten Anwendungsfall individuell am besten passenden Stein zu finden. Wegen der Vielzahl der Einflußfaktoren wird dabei der Intuition häufig eine wesentliche Bedeutung zukommen.  

Die praktische Anwendung
Edelsteine können in vielfältiger Weise angewendet werden. Am einfachsten ist wohl das Tragen in Form eines Anhängers oder z. B. in der Hosentasche. Edelsteine können aber auch für begrenzte Zeit auf bestimmte Regionen des Körpers aufgelegt werden, man kann in einem Kreis von Steinen sitzen oder liegen, Edelsteine können im Raum aufgestellt oder in der Meditation betrachtet werden. Selbst die Einnahme in Form von Edelstein-Essenzen ist möglich.
Unabhängig von der Art der Anwendung kommt es darauf an, sich den Schwingungen der Edelsteine zu öffnen und die von ihnen ausgehende Information aufzunehmen - und natürlich dann auch zu nutzen. Gleichermaßen wichtig ist eine positive Beziehung zu den Steinen. Dann versteht es sich nämlich von selbst, daß sie pfleglich und mit Respekt behandelt werden und nach intensiver Nutzung von den Schwingungen ihres Anwenders gereinigt werden, beispielsweise durch eine bestimmte Art des Reiki, durch Räuchern und/oder (mit wenigen Ausnahmen) unter fließendem Wasser. Wenn die Edelsteine zudem regelmäßig aufgeladen werden, z. B. indem man ihnen Reiki gibt oder sie (mit wenigen Ausnahmen) in das Licht des Sonnenauf- oder -untergangs legt, wird man ein Leben lang Freude an ihnen und mit ihnen haben.

Literatur:
JaneAnn Dow: Praktisches Handbuch der Edelstein- und Kristalltherapie
Michael Gienger: Die Steinheilkunde
Katrina Raphaell: Wissende Kristalle
Wally und Jenny Richardson: Die geistigen Heilkräfte der Edelsteine
25.4.1998      Created by Th. Lindenbauer