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Eins

In der Eins verdichtet sich der reine Geist der Null zur verstofflichten Welt. Mit ihr beginnt die Reihe der natürlichen Zahlen und in Wörtern wie Eintracht und (Ver-)Einigung kommt die Verbindung zur Harmonie, der All-Einheit der Dinge zum Ausdruck. Das „tägliche Einerlei” weist auf die Gemeinsamkeit das Ganzen auch in zeitlicher Dimension.
Zwar gibt es jede Zahl nur einmal, doch ist die Eins unter den Zahlen einzigartig. Sie ist weder Primzahl noch ist sie gerade oder ungerade, weder Quadrat noch Wurzel, sie ruht ganz in sich selbst und ist dabei in allen anderen Zahlen enthalten, gleichsam ihre Stammutter, die diese gebiert und so erst das Zählen notwendig macht.
Die Eins ist der Punkt. Der ausdehnungslose Punkt läßt sich graphisch nicht exakt darstellen, man verwendet dafür eine möglichst kleine Kreisfläche, in deren Mittelpunkt der eine Punkt gedacht ist. So verbindet sich die Eins mit dem in sich zurückfallenden Kreis, der wiederum an die 0 denken läßt. Mit dem Noch-Nichts Null verbindet sich die 1 und sprengt die endliche Dimension der Ziffern und eröffnet als 10 den Pfad in die höhere Einheit der Unendlichkeit.
Dies ist der Ursprung Kether des kabbalistischen Lebensbaums, der dem Urgrund En-Sof entspringt - Gott schränkt die Unfaßlichkeit seines Urbildes ein, um dem menschlichen Geist als Abbild vernehmlich zu werden. Der Mensch als Entzweiung vom Alleinen sehnt sich nach Wiedervereinigung,
Dafür aber muß die Eins sich zunächst aufspalten und ihre beiden Hälften werden zur Zwei.

Mit freundlicher Genehmigung von: Andreas Zompro 
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