Hinduismus

Es ist keine leichte Aufgabe, den Hinduismus zu definieren, denn er hat keine einheitliche Lehre und keine priesterliche oder zentrale Hierarchie.
Allerdings hat er Swamis (Lehrer) und Gurus (Meister, religiöse Lehrer). Eine allgemeine Definition des Hinduismus, die in einem Geschichtswerk zu lesen ist, lautet wie folgt: Der ganze Komplex von Glaubensanschauungen und Institutionen, die sich seit der Abfassung ihrer alten (heiligen) Schriften, der Weden, bis jetzt entwickelt haben. Eine andere Definition lautet: Hinduismus bedeutet den Kult der Götter Vishnu oder Shiva oder der Göttin Shakti beziehungsweise einen Kult ihrer Inkarnationen, verschiedenen Aspekte, Ehegatten oder Nachkommen. Das würde auch den Kult des Rama und des Krishna (Inkarnationen des Vishnu) einschliessen sowie der Durga, des Skanda und des Ganesha (Gattin bzw. Söhne des Shiva). Es heisst, dass es im Hinduismus 330 Millionen Götter gibt, dennoch soll der Hinduismus nicht polytheistisch sein. Der indische Schriftsteller A. Parthasarathy schreibt: »Die Hindus sind nicht polytheistisch. Der Hinduismus spricht nur von einem Gott . . . Die verschiedenen Götter und Göttinnen des hinduistischen Pantheons stellen lediglich die Kräfte und die Aufgaben des einen höchsten Gottes in der
manifesten Welt dar«.
Die Hindus sprechen häufig von ihrem Glauben als dem Sanatana-Dharma, was »das ewige Gesetz« bedeutet. Das Wort Hinduismus ist eigentlich ein ungenauer Ausdruck für die zahlreichen religiösen Gruppen oder Sekten (Sampradayas), die im Laufe der Jahrtausende unter dem Schirm der komplexen alten hinduistischen Mythologie entstanden sind und floriert haben. 

Einige Götter und Göttinnen der Hindus
 

 

Aditi

Göttermutter; Himmelsgottheit; die Unendlichkeit

 

Agni

Feuergott

Brahma

Weltschöpfer, das Schöpfungsprinzip im Kosmos. Einer der Götter der Trimurti (Triade)

 

Brahman

das absolute Sein, das umfassende All-Eine, durch den Om- oder Aum-Laut dargestellt. Wird auch als Atman bezeichnet. Manche Hindus sehen im Brahman ein unpersönliches göttliches Prinzip oder den Urgrund alles Daseins

 

Durga

Gattin oder Schakti Shivas; wird mit Kali identifiziert

Ganesha

der elefantenköpfige Gott und Sohn Shivas, Beseitiger von Hindernissen, Gott des Erfolges

 

Ganga

Göttin, eine der Gattinnen Shivas und Personifikation des Ganges

 

Hanuman

Affengott und Bundesgenosse Ramas

Kali

Shivas schwarze Gattin (Schakti) und blutrünstige Göttin der Zerstörung. Häufig mit grosser roter heraushängender Zunge dargestellt

Krishna

achte Inkarnation Vishnus und Gottheit der Bhagavadgita.

Lakshmi

Göttin der Schönheit und des Glücks; Gattin Vishnus

 

Manasa

Schlangengöttin

 

Mitra

Gott des Lichts. Den Römern als Mithras bekannt

 

Nataraja

Schiwa als Tänzer, umgeben von einem Flammenring

 

Prajapati

Weltschöpfer, Herr der Geschöpfe, Vater der Götter, Dämonen und aller anderen Geschöpfe. Später als Brahma bekannt

 

Puruscha

Urwesen. Die vier wichtigsten Kasten entstanden aus Körperteilen von ihm

 

Rama

siebte Inkarnation des Gottes Wischnu. Im Epos Ramajana wird das Leben des Rama und seiner Frau Sita erzählt

 

Sarasvati

Göttin der Gelehrsamkeit und Gattin Brahmas, des Schöpfers

 

Sasthi

Göttin und Beschützerin von Mutter und Kind bei der Geburt

Shiva

Gott der Fruchtbarkeit, des Todes und der Zerstörung; eine Gestalt der Trimurti. Seine Symbole sind Dreizack und Linga

 

Soma

ein Gott und eine Droge; das Lebenswasser

Vishnu

Erhalter des Lebens; dritte Gestalt der Trimurti

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinduismus
Bezeichnung für die 3. Phase des  Brahmanismus (2. - 4. Jahrhundert nach Christus); aber auch für alle Formen des Brahmanismus überhaupt.
Der Name ist von dem nordindischen Fluss Indus abgeleitet, der dann später als religiöse Bezeichnung für alle Inder diente, die sich zum Hinduismus bekannten.
Da man nur durch Geburt ein Hindu werden kann, missioniert der Hindu nicht. Kennzeichnend für diese Phase sind die Verfestigung der Kastenordnung und Vorstellung von der Seelenwanderung.
Von der Götterdreiheit (Trimurti) aus Brahman, Shiva und Vishnu werden besonders die beiden letzteren verehrt. Sie haben zahlreiche andere Götter in ihrem Gefolge.
Der Hinduismus ist eine Erlösungsreligion, deren zahlreichen
Sekten sich hauptsächlich dadurch unterscheiden, wie dieses Ziel erreicht wird.
Die Erlösung (skrt.: mukti) d. h. die Befreiung von der Wiedergeburt, wollen die
Shivaiten durch den Weg der Erkenntnis (skrt.: jnanamarga) erreichen, wozu besonders Yoga gehört. Ihr Ziel ist das Einswerden mit Gott.
Die
Vishnuiten bevorzugen den Weg der Gottesliebe (skrt.: bhaktimarga), die wichtiger als die Erkenntnis (skrt.: samkhya) sei. Die Liebe zu Gott auf seiten des Menschen hat ihre Entsprechung in der Gnade Gottes, welche den Menschen erlöst. Sie verwerfen sowohl die Askese als auch die sexuellen Praktiken (Tantrismus, Shaktismus) der Shivaiten. Ihr Ideal ist in den Lehren der Bhagavadgita niedergelegt.