Horus
(„der oben Befindliche”, „der Ferne”, auch Orus) Dieser ägyptische Sonnengott Sohn von Isis und Osiris. Weil Isis den toten Osiris mit ihren Falkenflügeln neues Leben zufächelt und so den Horus empfangen kann, wird der oft mit dem Kopf eines Falken dargestellt.
Als Gefährtin des Horus galt Selket.
Horus gelang es in Gestalt der geflügelten Sonnenscheibe, den Mörder seines Vaters, Seth, zu überwinden. Eine solche Scheibe ließ der Weisheitsgott Thot an allen Tempeln anbringen, um diese vor bösen Einflüssen zu bewahren.
Das berühmte Horus-Auge war dem Horus von dessen Onkel Seth ausgerissen worden, als beide um die Nachfolge des Osiris, Vater des Horus, stritten. Zum Glück hatte Horus in Thot einen weisen und heilkundigen Helfer, der dank seiner Kunst das Sehorgan wiederherstellen konnte.
Unter griechischem Einfluß, nach der Eroberung Ägyptens durch Alexander, wurde die „heilige Familie” aus Isis, Osiris und Horus hellenisiert. Horus wurde zu Har-pi-chrod, griechisch Harpokrates, Isis als seine ihn stillende Mutter zur Isis lactans. Unverkennbar ist dieses Vorbild für spätere Darstellungen der christlichen Maria mit dem Jesuskinde. Osiris, der schon im selbständigen Ägypten in Sakkara bei Memphis mit dem heiligen Stier Apis als Osiris-Apis oder Osarapis verehrt wurde, wird nun der Sarapis, Gatte der Isis und wie sie Universalgottheit.
Bereits in früherer Zeit war Horus den Griechen wohlbekannt. Laut dem Geschichtsschreiber Herodot war er der letzte der Götter, der persönlich Ägypten regierte. Demnach fiel des Horus Vater Osiris dem Typhon zum Opfer, der auch dem Sohn nach dem Leben trachtete, ihn aber nicht finden konnte, weil seine Mutter ihn der Obhut der Latona anvertraut hatte, die ihn auf einer Insel bei Buto verbarg. Als ihn die Titanen dennoch gefunden und umgebracht hatten, vermochte es die heilkundige Isis, ihren Sohn wiederzubeleben und die Unsterblichkeit zu schenken. Erstarkt ließ sich Horus noch von seinem aus der Totenwelt gekommenen Vater in der Kriegskunst unterrichten und überwand den Typhon im Kampfe, beließ ihn aber auf Wunsch seiner Mutter am Leben. Dennoch machte ihn diese Gnade wütend und Horus riß seiner Mutter die Krone vom Kopf, weshalb ihn Typhon die Krone streitig machte und erst nach weiteren Kämpfen endgültig besiegt wurde.
Horus gilt auch als Namensgeber der Horen, bei den Griechen eine Gruppe weiblicher Gottheiten der Ordnung.

Mit freundlicher Genehmigung von: Andreas Zompro  http://www.das-schwarze-netz.de