Salem, Jerusalem
(semit. „Frieden”, Jerusalem „Haus des Friedens”; auch Shalem, Shalom, Selim, Shalman, Shalmaneser, hebr. Yershalayim, lat. Hierosolyma, arabisch El-Kuds) Salem ist der alte Name Jerusalems.
Der Name Urusalim fand sich in Keilschrift und babylonischer Sprache auf aus dem 15. Jh. v. Chr. stammenden Tontäfelchen, in der Bibel taucht der Name zum erstenmal in Zusammenhang mit Melchisedek auf. Dieser König von Salem brachte Abraham die Kunde Gottes (1. Mose 14,18).
Jerusalem war offenbar ein schon damals altehrwürdiger Kultort, worauf seine etwas abgelegene Lage in verhältnismäßig unwirtlicher Gegend abseits der großen Verkehrswege und fließendem Wasser Hinweis gibt, denn solche Umstände sprechen im Regelfall gegen menschliche Siedlung, wenn nichts anderes von Bedeutung zu solchem Platze zieht. Jerusalem liegt in durchschnittlich 770 Meter Höhe über dem Meeresspiegel, nach Westen hin steigt das judäische Gebirge auf, nach Osten hin zum Graben des Jordan fällt das Gelände binnen gut zwanzig Kilometer zum 394 Meter unter Normalnull liegendem Spiegel des Toten Meers ab.
Der Name soll vom Gott Salem (Shalim) stammen. Ein Götterpaar Schalim und Schahar, Kinder des phönizischen El, repräsentierte in Ugarit die Abend- bzw. Morgendämmerung.
Laut dem Buch der Richter war Jerusalem eine Königstadt der Jebusiter: „Jebus, das ist Jerusalem” (Richter 19,10). Diese sollen bereits im 2. Jt. v. Chr. hier unter ägyptischen Einfluß ihren Stadtstaat besiedelt haben. Gegen diese Jebusiter kriegte David, siegte und machte die Stadt zu seinem Regierungssitz, weshalb er sie „Stadt Davids” nannte (um 1000v.).
seitdem ist Jerusalem kultureller Hauptort des Judentums, Davids Nachfolger Salomo ließ den ersten Jahwe-Tempel errichten.
597 v. Chr. eroberten die Babylonier Jerusalem. Aufstände führten zehn Jahre später zur Zerstörung des Tempels und zur babylonischen Gefangenschaft.

Von 520-516 v. Chr. errichteten die Juden einen neuen Tempel.

Unter Pompeius eroberten 63v. die Römer Jerusalem, das fortan Regierungssitz Herodes des Großen war, unter dessen Regentschaft Jerusalem eine Glanzzeit als hellenistische Stadt erlebte.

Um 30n. ereignete sich zu Golgatha bei Jerusalem die Kreuzigung Jesu.

Vierzig Jahre später, 70 n. Chr., schlug Titus in der römischen Provinz Palästina Aufstände nieder. Nach der Einnahme Jerusalems brannte der Tempel nieder. Flavius Josephus, selbst Jude, der als Chronist am Feldzug des Titus teilnahmen, liefert davon in seiner „Geschichte des jüdischen Krieges” erschütternden Bericht.

Nach der Zerstörung Jerusalems und insbesondere des Tempels durch römische Truppen zogen wichtige Einrichtungen des Judentums, Talmudschule und Gerichtshof, nach Tiberias am See Genezareth.

Jerusalem im ganzen blieb aber bestehen und wurde seit 330 unter Kaiser Konstantin mitsamt dem ganzen römischen Reich per Staatsakt christlich, wobei es bis zum Vordringen der Araber 638 blieb.

Nach muslimischer Auffassung trat der Prophet Mohammed vom Tempelberg aus seinen Ritt in den Himmel an. Dieser Umstand verschafft El-Kuds fast den gleichen Status wie Mekka und Medina.

Militärische Erfolge brachten ermöglichten es 1099 Kreuzfahrern, hier ein Königreich Jerusalem zu errichten, das allerdings 1187 von Saladin erobert wurde wieder islamisch wurde. Ein weiteres Mal gelang es einem Kreuzritterheer unter Friedrich II. Jerusalem zu erobern (1229), doch fiel es bereits 1244 wieder an den Islam, wobei es auch 1517 blieb, als die Türken es ihrem Reich einverleibten.

Unter türkischer Herrschaft verblieb Jerusalem bis 1917, als es von den Engländern besetzt wurde.
 
Seit Jahrhunderten schneiden sich in Jerusalem die drei auf Abraham zurückgehenden Religionen, denen allen diese Stadt besondere Bedeutung hat. Ebensolange teilt sich die Stadt in ein jüdisches Viertel, ein Christliches Viertel im Nordwesten (Grabeskirche, Via Dolorosa), ein armenisches Viertel im Südwesten mit der Zitadelle und dem Davidsturm sowie Ruinen vom Palast des Herodes und das islamische Viertel im Nordosten mit Tempelplatz und Felsendom, Al-Aqsa-Moschee und Klagemauer.
Diese Altstadt überragt im Osten der Ölberg (828m).

 
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Die trockene Lage Jerusalems ließ die Menschen den Beginn der regenreicheren Zeit nach langer Dürre sehnsüchtig erwarten. Zur Zeit des Tempels feierte man daher gegen Ende der Trockenzeit als Bestandteil der Laubhüttenfeiern das Fest des Wassergießens. Dabei wurde Wasser aus der Schiloach-Quelle geschöpft und zum Tempel heraufgetragen, wo man es auf dem Altar vergoss. Die Vorfreude auf die feuchte Jahreszeit wurde durch den Anblick des munter sprudelnden Wassers bestärkt und löste sich in ausgelassenem Tanz, Jubel und Gesang.
 
Am Ende des Kampfes von Gut und Böse, so die christliche Offenbarung des Johannes, wird bei Jerusalem das Heer des Satan, bestehend aus den Truppen von Gog / Magog, von Gott vernichtet werden (Offenbarung 20,7-9).

Nach muslimischer Vorstellung werden auf dem Tempelberg am Jüngsten Tag die Toten auferstehen und über ihre Taten Rechenschaft ablegen.
 
Wichtige Stätten um und in Jerusalem:
Davids Turm, Erlöserkirche, Garten Gethsemane, Heiliges-Grab-Kirche, Ecce Homo-Bogen, Palastreste und Tor des Herodes, Stephanustor, Mispahügel, Ölberg, Skopus, Golgatha, Via Dolorosa, Tempelberg mit Tempelplatz und Felsendom, Al-Aqsa-Moschee und Klagemauer.
 
Kidrontal
Die Hänge des Kidrontals beim alten Jerusalem sind Juden wie Muslimen begehrte Begräbnisstätte. Gemäß jüdischer Überlieferung ist dieses das Tal des Josaphat, wo laut dem Propheten Joel das göttliche Gericht stattfinden werde. Dann werde der Herr zu Jerusalem weilen, Jesus beim Goldenen Tor auf der Ostmauer Jerusalems und Mohammed auf dem Ölberg stehen (Hedin 1918, S. 128f.).


  Mit freundlicher Genehmigung von: Andreas Zompro 
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