Krishnamurti
Gedankensplitter
Gedanken sind in Worte gefaßte Einflüsse, Denken heißt abhängig sein, es gibt kein Denken, das frei wäre.
Wissen stellt sich dem Erleben hindernd in den Weg... Wissen kann eine Sucht sein wie Alkohol... Wissen ist keine Münze,  mit der man Weisheit kaufen könnte...
Denken behindert das Erleben, und ohne Erleben finden wir nicht zur Weisheit. Wissen, Ideen, Überzeugungen stehen der Weisheit im Wege.
Alle Ideen, Ideale, Ziele oder wie man sonst dazu sagen will, sind Entwürfe oder Luftschlösser des eigenen Denkens, und die Beschäftigung mit ihnen, welchen Rang sie auch einnehmen mögen, ist eine Form der Selbstanbetung des Ich. Dieses großgeschriebene Ich ist ja in Wirklichkeit auch nur eine Denkvorstellung. Dieses Ich ist immer identisch mit dem, was das Denken jeweils beschäftigt.
...in Worte gefaßte Erfahrung ist  Denken.
Der gedachte Gott ist und bleibt ein Gott  des Verstandes und des Wortes.
Wenn wir das Wesen des Denkvorganges entschleiern oder, mit anderen Worten, uns selbst erkennen, dann macht die Wahrheit dessen, was ist, den Illusionen des Denkens ein Ende.
Die Fesseln des Denkens fallen wie von selbst, wenn wir aufgeschlossen der Geschichte lauschen, die uns das, was ist zu erzählen weiß. Nur die Wahrheit selbst vermag und zu befreien, nicht unser  eigenes Streben nach Freiheit.

© Heiner Dustmann