Orakel
[von lat. orare **beten**, **vortragen**]

1.

Die Aussage, die durch ein Orakel getroffen wird, der Orakel-Spruch.

2.

Ein spezielles Weissagungs-Verfahren. Das Orakel kann um Verborgenes, Unbekanntes, Zukünftiges usw. befragt oder um  einen Rat in schwierigen Entscheidungssituationen gebeten werden. Die Orakel-Befragung erfolgte wie bei den Omina  ( Omen) durch Auslegung eines Zufallsprozesses (Vogelschau, Opferschau, zufällige Bewegungen, Geräusche, meteorologische Erscheinungen usw.). In bestimmten Orakelstätten (z. B. in Delphi) verfielen Orakel-Priesterinnen und -Priester in dem Mediumismus nicht unähnliche veränderte Bewußtseinszustände, in denen sie die Antwort des
Gottes, dem die Orakel-Stätte geweiht war, in häufig schwer verständlichen Worten wiedergaben ( automatisches Sprechen ). Einem Spezialisten  (dem exegetes) war es vorbehalten, die Worte des Orakel-Mediums für den Klienten zu übersetzen.

3.

Manchmal wird das Orakel-Medium selbst (z. B. in Tibet) als Orakel bezeichnet.


 

© Heiner Dustmann