Tempel
Tempel im römischen oder christlichen Sinne waren in Germanien unbekannt. Gottesdienste wurden in den heiligen Hainen auf Waldeslichtungen abgehalten. Tacitus berichtet, daß diese Haine bestimmten Gottheiten zugeordnet waren. Papst Gregor III. erwähnt die Sitte, daß den Hainen selbst von den Germanen Opfer entgegengebracht worden sind, sie damit folglich selbst mit den Göttern gleichgesetzt wurden.

Berichtet wird von der Zerstörung des berühmten germanischen Heiligtums Tanfana, welches vermutlich eine gewaltige Lichtung mit einer steinernen Einfriedigung gewesen sein wird. Einen Altar kannte man nicht. Es gab an seiner Stelle den Opferstein, auf welchem die Götteropfer vollzogen wurden. Die Götter waren bei diesen Anlässen unsichtbar thronend in heiligen Bäumen, Steinen oder Quellen anwesend, oder man schuf ihnen in der Irminsul, von denen es unzählig viele gab, einen Platz zum Verweilen.
Mit freundlicher Genehmigung:
Ulrich Wendlandt, Der Weg der alten Zauberer - Vom Ursprung magischer Stäbe, Cersken-Kanbaz-Verlag