Tibetisches Totenbuch
Ein dem Ägyptischen Totenbuch ähnlicher Führer durch Zwischenstufen zwischen Tod und Wiedergeburt
(Bardo).

Der Text des Bardo Thödol war den traditionellen Tibetern durch mündliche Überlieferungen bekannt, wird aber vor allem dem
Verstorbenen als Wegweiser für Erlösung oder Wiedergeburt auf höherer Ebene ins Ohr geflüstert.
Der erste Teil des Textes beschreibt die Auflösung im Augenblick des Todes. Um eine Wiedergeburt zu vermeiden, muss man das Urlicht der Wirklichkeit erkennen und seiner Intensität standhalten.
Im zweiten Bardo der Wirklichkeitserfahrung, wird der Tote mit einer Reihe von Gottheiten konfrontiert. Zugleich mit der Vision dieser Mächte nimmt der Tote ein dumpfes Licht in verschiedenen Farben wahr, entsprechend den Bereichen, in die er hinein geboren werden kann (vom Reich der Götter bis zur Hölle). Die Anziehung dieser Lichter verhindert die spirituelle Befreiung und leitet die Wiedergeburt ein.
Versäumen die Toten die Möglichkeiten der Befreiung in den ersten beiden Bardos, dann gehen sie in den dritten Bardo ein, der die Wiedergeburt begehrt.
Das Karma bestimmt, ob in diesem Bardo Glück oder Elend erfahren wird. Im Karma-Spiegel prüft Dharma-Raja, der König und Richter der Toten, die Taten des Verstorbenen. In diesem Bardo muss der Tote erkennen, dass alle Ereignisse Projektionen seines Bewusstseins und daher wesenlos sind. Gelingt dies nicht, folgt eine
Reinkarnation.

entnommen aus: Mysteria PSI-Lexikon auf CD