Uranus - der Erneuerer
.......das menschliche Auge, von Ferngläsern geführt, schweifte durch die Weiten des Universums und entdeckte plötzlich, daß die Welt unendlich ist und nicht irgendwo das Chaos vernichtend lauert. Da ist ein neuer Planet und, damit verbunden, außerhalb der saturnischen Welt, weiterhin die gleiche Weltordnung. Die Ordnung also, wie sie im Inneren des Universums war und ist.
Die Entdeckung der Unendlichkeit des Weltraums im Jahre 1781 löste eine Revolution aus. Nichts galt mehr von dem, was man Jahrtausende gelehrt hatte, zur Zeit der Antike also, seit welcher man keine weiteren Planeten mehr entdeckt hatte.
Herschel, ein aus Hannover stammender Musiker, lebte in England in der Nähe von Bath. Er war gewissermaßen ein Hobbyastronom und baute seine eigenen, wirklich hervorragenden Teleskope. Als er nachts gerade damit beschäftigt war, die Sterne einer Himmelsregion zu Papier zu bringen, entdeckte er ein Objekt, welches in Scheibchenform am Himmel hing. Anfangs als Komet verkannt, stellte sich schon nach einem Monat heraus, daß es, die Bahn gab darüber Aufschluß, ein Planet sein müsse. Der erste Planet einer neuen Ordnung war gefunden.
Probleme bereitete dann nur die Namengebung. Herschel wollt seinen Planeten Georgium Sidus nennen, zu Ehren eines aus Hannover stammenden Königs. Aber die übrigen Astrologen widersprachen ihm, wollte man doch die Tradition beibehalten und die Planeten nach Göttern der Antike benennen.
Uranus - der Sohn und Mann der Gaia. Letztere war aus dem Chaos entstiegen und gebar aus sich her-aus den Himmel (Uranus), welchen wir schon aus dem Streit mit seinem Sohn Saturn, der ihn mit Hilfe der Mutter entmannte, kennen. Die Himmelsebene als Name und Wirkprinzip also für den neuen Planeten.
In Religionen steht sie in Verbindung mit dem Gedanklichen, steht für die Idee. Im Taoismus wird die Region des Himmels dem Yang-Prinzip zugeordnet. Es ist die nach außen orientierte, auf Neuerungen bedachte, konflikt- und risikoorientierte Hälfte im Menschen.

Und genau darin liegt eine der Aufgaben des Uranusaspekts. War Saturn der Bewahrer der Ordnung, kommt nun wieder neuer Schwung in die Gedanken der Menschen. Scheinbar Geordnetes, Festgefügtes und Erstarrtes wird über den Haufen geworfen, um nun eine erneut lebendige Entwicklung zu er-möglichen. Der Geistesblitz, die plötzliche Idee also, das überspringende Denken, aber auch das zu abstrakte, das Phantastische stehen hier im Vordergrund.
Uranus ist ein Exzentriker. Auch das Zeichen verdeutlicht dies. Aus dem Zentrum heraus in die Weite, die Umgebung. Uranus ist astrologisch ein Prinzip der höchsten Spannung, die mit explosiver Dynamik und eruptiver Plötzlichkeit zur Entladung drängt. Durch Uranus lösen wir uns von der Erde, den klein-bürgerlichen Gedanken, den Normen und Regeln der Bürokratie. Die Intuition bringt plötzlich das Licht ins Dunkle, neue Wege werden gegangen. Führte Merkur im Unterscheiden von Details, in ge-häuften Einzelbeobachtungen und in denkerischen Einzelschritten zu Einsichten und Erfahrungen, so bringt Uranus den schöpferischen Funken, der die Einzelgedanken wie in einer Zeitraffung in ganzheit-liche Schau zusammenfaßt. Er verbindet die Vorarbeit des Merkurs mit dem geistigen Band. Doch Intuition muß wieder erlernt, muß geschult werden, ist sie doch durch den oft so betonten Intellekt häufig verkümmert. Erst wenn ich mich gedanklich um etwas bemüht, mir das Gehirn zermartert habe, dann kann sich der Gedanke verselbständigen, sich alleine in mir weiterdenken und plötzlich fällt es einem wie Schuppen von den Augen.
Uranus gilt als die höhere Oktave des Merkurs, er transzendiert das Merkurische. Gleiches gilt für Venus und Neptun, Mars und Pluto. Darum auch der Begriff: Transzendente Planeten, für die Transsa-turnier. Hier sei auch auf die menschliche Lebenslänge im Vergleich zum Planetenjahr hingewiesen. Konnten die Planetenjahre bis Saturn im allgemeinen mehrmals im Laufe eines Lebens erlebt werden, wird es bei Uranus schon schwieriger (84 Jahre), unmöglich bei Neptun (164,8 Jahre) und Pluto (247,7 Jahre).
Wir erleben Uranus als eine Kraft, die den Rahmen des Gewohnten, die Traditionen, Bindungen und festgelegten Gesetzmäßigkeiten eines Systems sprengt, wenn dieses unsere Entwicklunge einschränkt oder zu bedrohen scheint. So wird Uranus zur Forderung unserer Individualität, die Einmaligkeit unse-rer Person auszubauen, Festes und Gesichertes aufzugeben im Wagnis, uns ganz auf uns selbst zu stellen. Seine Gefahr liegt in uns isolierender, solipistischer Egozentrik. Auch neigen Menschen mit einer starken Uranusstellung zu einer etwas kurzatmig-ungeduldigen Art. Zwischenmenschlichen Beziehungen wird oft keine Zeit zur Entwicklung gelassen, nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Oft werden Beendigungen dann zu schnell herbeigeführt und der Partner erhält gar keine Möglichkeit zu einer Klärung. Insgesamt also die Schwierigkeit, sich auf eine dauerhafte Beziehung einzulassen.
Auch fehlt es oft an einer Kontinuität im allgemeinen Leben, wenn eine dominante und damit kritische Uranusposition im Horoskop vorliegt, die nicht durch Gegenkräfte geschwächt wird. Das Leben verläuft dann abgerissen, unterbrochen, wirkt punktförmig und sich drehend. Ein häufiger Neuanfang und immer wieder das Scheitern an denselben Problemen sind die Folge. Gegenkraft ist die Sonne als integrierendes und zentrierendes Prinzip. Gleichsam verändert der Merkur die Aspekte durch seine scharfe Beobachtung und das logische Denken. Saturn gleicht mit seinem realistisch begrenzenden Prinzip aus.

Auf der körperlichen Ebene repräsentieren die Neurotransmitter sowie die allgemeine Nervenfunktion den Uranus. Uranus hat im Gesamtorganismus die Funktion der Spannung und Spannungsentladung. Er steht somit in Verbindung zu rhythmischen Vorgängen (Menstruation) und muß in Verbindung mit Anfallsleiden, Tics und spastischen Verkrampfungen gesehen werden. Uranische Affektionen pflegen plötzlich aufzutreten und heftig-intensiv zu verlaufen. Die Schilddrüse ist dem Uranus als Organ, welches unter anderem den Stoffwechsel steuert und die Adrenalinempfindlichkeit regelt, zugeordnet.
 

Wesensmerkmale:

Positiv:

Originalität, eigenständig, technisch begabt, kreativ, spontan, rasche Auffassungsgabe.

Negativ :

Unkonzentriertheit, zerfahren, schizophren, unbeständig, unzuverlässig, unruhig, nervös.

Körperliche Entsprechung:

Schilddrüse, Neurotransmitter, Nervenfunktionen, Thyroxin.

Soziale Entsprechung:

Reformer, Querulant, die Opposition, Erfinder, Techniker, Atomphysiker, Astrologen, Außenseiter, Hofnarren, Karnevalisten, Till
Eulenspiegel.

Hauptfarbe:

Pink, Lila.

Nebenfarbe:

alle glänzenden Lacke, metallische und glitzernde Farben, Laserfarben, je zwei komplementäre Farben

Tier:

Flamingo, Strauß, Emu, Schnabeltier.


 

 

 

 

 

 

 

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